Login

Durchgangsstation

Aufnehmen & Orientieren

Kurzkonzept

Trägerschaft:
FoyersBasel, Verein päd.-therap. Institutionen für weibliche Jugendliche, Basel

Institutions-Leitung:
Lorenz Meier

Pädagogische Leitung:
Snežana Reiner

Aufsichtsstelle:
Erziehungsdepartement BS; Jugend, Familie und Sport; Abteilung Jugend- und Familienangebote; Fachstelle Jugendhilfe

Auftrag:
Rasche und unkomplizierte Aufnahme von Jugendlichen die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden.
- Abklärung und Empfehlung bezüglich möglicher Anschlussplazierungen
- Überprüfung einer Rückplatzierung in die Familie
- Überbrückung
- Time-out/Krisenintervention im Auftrag einer fallführenden Institution
- Untersuchungshaft im Auftrag der Jugendanwaltschaft

Platzangebot:
- Offene Abteilung: 8 Plätze
- Geschlossene Abteilung: 4 Plätze

Aufnahmealter:
12 bis 18 Jahre

Geschlecht:
Weibliche Jugendliche

Aufnahmekriterien:
Eine momentane Krise, die eine vorübergehende Fremdplatzierung erfordert

Nicht aufgenommen werden:
- Jugendliche mit akuter Selbst- oder Fremdgefährdung
- Jugendliche mit psychotischen Erkrankungen
- Jugendliche mit akuten Entzugserscheinungen bzw. chronischem Drogenkonsum
- Jugendliche mit geistiger oder körperlicher Behinderung

Aufnahmeprozedere:
Die Aufnahme soll kurzfristig möglich sein.
Die Aufnahme kann für kurze Zeit in die geschlossene Abteilung erfolgen. Danach erfolgt der Übertritt in die offene Abteilung, sofern dies vorgesehen und vereinbart wurde.
Eine direkte Aufnahme in die offene Abteilung ist möglich wenn:
- es nötig ist, dass die Jugendliche den externen Schulbesuch bzw. die externe Beschäftigung ohne Unterbruch weiterführen soll.
- die Jugendliche die erforderliche Selbständigkeit und Handlungsverantwortung mitbringt.
- die rechtliche Situation eine Einweisung in die geschlossene Abteilung nicht zulässt.
- die Jugendliche sich in einer Opfersituation befindet und eine Notfallplatzierung benötigt.

Juristische Grundlage:
- Obhutsentzug (Art. 310/314b ZGB): rekursfähiger Beschluss einer KESB (Kindes- u. Erwachsenenschutzbehörde)
- freiwillige Einweisung unter Mithilfe einer Behördeninstanz: schriftliche Einwilligung der gesamten elterlichen Sorge, unter Mithilfe einer Behördeninstanz. Die Jugendliche muss über ihre Rechte aufgeklärt werden, und sie kann, sofern sie urteilsfähig ist, eine Beurteilung durch die zuständige KESB einfordern. Dazu wird sie spätestens beim Eintritt darauf hingewiesen und wenn gewünscht beim entsprechenden Handlungsablauf unterstützt.

Internes Schul- und Beschäftigungsprogramm:
Die Jugendlichen gehen im Haus einem geregelten Schul- und Beschäftigungsprogramm nach. Vormittags und nachmittags sind jeweils 3 Lektionen fest im Programm. 2-3 Tageslektionen werden von einer ausgebildeten Lehrperson übernommen. Diese fördert die Jugendlichen individuell und kann so die entstandenen schulischen Lücken schmälern.
Die weiteren Schulstunden werden von den Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen geleitet. Diese haben mehrheitlich kreativen Charakter und dienen der Einschätzung der individuellen Situation der Jugendlichen.

Externe Schulbesuche und externe Arbeitseinsätze:
Externe Schulbesuche und Arbeitseinsätze sind möglich. Die Jugendliche soll, sofern dies von den zuständigen Stellen befürwortet wird, einem externen Schulbesuch oder Arbeitseinsatz nachgehen können. Zwischenzeitliche Arbeitseinsätze, zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit, können vom Foyer eingefädelt werden.

Geschlossene Abteilung:
In der geschlossenen Abteilung werden die Jugendlichen von 8 bis 22 Uhr durchgehend pädagogisch betreut.
Raum und Zeit sind vorhanden für eine intensive Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen, ihren Familien und den Betreuern sowie Versorgern.
Innerhalb von sieben Tagen soll die Krise soweit aufgefangen und Ziel und Zweck des Aufenthaltes formuliert werden, dass ein Übertritt in die offene Abteilung möglich ist.
Nachts sind die Jugendlichen in ihren Zimmern eingeschlossen, können jedoch jederzeit mit den anwesenden Betreuungspersonen Kontakt aufnehmen.
Aus Sicherheitsgründen müssen sich die Jugendlichen beim Eintritt in die geschlossene Abteilung umziehen, damit gewährleistet werden kann, dass keine gefährlichen Gegenstände oder Drogen in die Abteilung gelangen. Zudem müssen sie eine Urinprobe abgeben, damit die momentane Drogensituation festgestellt werden kann.

Offene Abteilung:
Die offene Abteilung dient der Klärung der Situation der Jugendlichen.
In Alltagssituationen wird die Gruppenfähigkeit, das Freizeitverhalten, die Drogengefährdung sowie die Schul- bzw. Arbeitssituation beobachtet und in die intensiven Auseinandersetzungen zwischen Jugendlicher, ihrer Familie und den Betreuern einbezogen.
Durch dieses Vorgehen wird gemeinsam eine mögliche Anschlussplatzierung erarbeitet und die Jugendliche für den Übertritt motiviert.
Ein Mal im Monat soll eine Standortsitzung im Foyer stattfinden, an der möglichst alle beteiligten Personen gemeinsam die Situation besprechen und das weitere Vorgehen beschliessen.
Sobald sich eine mögliche Anschlussplatzierung herauskristallisiert, soll sich die Jugendliche in Begleitung des Behördenvertreters in dieser Institution vorstellen gehen.
Das Foyer erstellt bei Standortbestimmsaufträgen einen Empfehlungsbericht zuhanden des Einweisers.

Austritte:
- Der reguläre Austritt soll möglichst ohne Unterbruch in die Anschlussplatzierung erfolgen können. Zur Überbrückung kann die Jugendliche im Foyer bleiben. Diese Überbrückungszeit sollte möglichst nicht länger als 1 - 2 Monate betragen.
- Bei massiven Zuwiderhandlungen gegen die Hausregeln oder bei einer akuten Selbst- oder Fremdgefährdung behält sich das Foyer vor, die Verantwortung an die einweisende Stelle zurückzugeben und einen kurzfristigen Austritt zu verlangen.

 

Aktualisiert: 20. Februar 2015



Adresse

Durchgangsstation FoyersBasel
Römergasse 19
4058 Basel

durchgangsstation@foyerbasel.ch

Tel. +41 61 307 95 30
Fax. +41 61 307 95 35
Postfinance: 40-14649-0